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Berufsrechtlicher Hinweis für Rechtsanwaltskollegen

Die Statistik zur Kundenzufriedenheit ist ein Novum und daher per se berufsrechtlich nicht unproblematisch. Wir haben die berufsrechtliche Zulässigkeit deshalb im Hinblick auf 43 b BRAO sorgfältig geprüft. Ein Verstoß gegen diese Vorschrift liegt unseres Erachtens nicht vor. Dies gilt selbst für den Fall, dass die Veröffentlichung "Werbung" im Sinne der Norm sein sollte.

1. Keine auf Erteilung eines Mandats im Einzelfall gerichtete Werbung

Zwischenzeitlich ist auch für anwaltliche Werbung im Internet anerkannt, dass diese grundsätzlich nicht auf die Erteilung eines Mandats im Einzelfall gerichtet ist. Denn nicht der Anwalt richtet sich im Einzelfall an den Mandanten, sondern der Mandant nimmt - wie im sonstigen anwaltlichen Alltag auch - im Einzelfall Kontakt zum Rechtsanwalt auf (vgl. z.B. Rein, NJW 1999, 1377). So auch in unserem Angebot.

2. Keine unsachliche Werbung

Die veröffentlichte Statistik unterrichtet den potentiellen Kunden sachlich über den Aspekt der Kundenzufriedenheit. Dabei werden keine Einzelmeinungen, sondern den Regeln der empirischen Statistik gemäß Mittelwerte dargestellt, die aus der Summe der Bewertungen eines nach psychologischen Erkenntnissen gefertigten Fragebogens entnommen sind, wobei selbstverständlich alle, gute wie schlechte Bewertungen einbezogen werden. Im Fragebogen wird der Mandant deutlich darauf hingewiesen, dass es nicht (anders als z.B. in einem Gästebuch eines Hotels) um Lob und Dankbarkeit, sondern um eine kritische Einschätzung unserer Tätigkeit geht, damit uns eine effektive Qualitätskontrolle möglich ist. Darin liegt zugleich der grundsätzliche Unterschied zur "Gästebuchentscheidung" des OLG Nürnberg (vgl. MDR 1999, 769 ff. mit ablehnender Anmerkung Römermann).

Von diesen berufsrechtlichen Erwägungen abgesehen dient die Veröffentlichung der Statistik sowohl den potentiellen Mandanten, wie auch der Anwaltschaft. Gerade im Internet besteht ein großes Bedürfnis der interessierten Nutzer, Anhaltspunkte für die Qualität eines Angebots zu haben. Die Kundenzufriedenheit ist dafür ein wichtiger, wenn auch natürlich nicht der einzige Indikator. Wir freuen uns über die bisher guten Resultate, werden die Statistik aber auch im Falle schlechterer Ergebnisse beibehalten, da sie gerade auch als Motivation und Ansporn für unsere Mitarbeiter dient.

Die Statistik schafft Transparenz und übernimmt dadurch auch die wichtige Funktion, mit den besonders im Internet verbreiteten Vorurteilen gegenüber der Anwaltschaft (vgl. nur die zahlreichen Beiträge vermeintlich schlecht behandelter Mandanten unter www.recht.de - Foren - Anwaltsrecht) aufzuräumen.

Kollegen, die anderer Meinung sind, werden gebeten, von kostenpflichtigen Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen zunächst abzusehen (das machen wir ja schließlich auch nicht), sondern eine kurze E-Mail an info@advo24.de zu schicken. Ich werde mich dann sofort bei Ihnen melden und auch gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.

Vielen Dank!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Ihr Stefan Ansgar Strewe