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BGH entscheidet erneut über Recht am eigenen Bild

Abermals hatte sich der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 3. Juli 2007 mit dem Spannungsverhältnis zwischen Pressefreiheit und allgemeinen Persönlichkeitsrecht – hier insbesondere dem Recht am eigenen Bild – Prominenter zu befassen.

Die Beklagte veröffentlichte in einer von ihr vertriebenen Zeitschrift eine Fotografie, welche den Kläger in Begleitung seiner Freundin bei gemeinsamen Flanieren in St. Tropez zeigte. Nebenstehend wurde berichtet, der Kläger tausche mit seiner Freundin verliebte Blicke. Eine Woche vorher habe noch bei ihm der Familienurlaub auf dem Programm gestanden. Er habe sich mit seiner Noch-Ehefrau und den Kindern auf Sardinien entspannt.

Der Kläger nahm hierauf die Beklagte auf Unterlassung nochmaliger Veröffentlichung der Fotografien in Anspruch. Die Vorinstanzen gaben ihm Recht.


Der Bundesgerichtshof hat seine aktuelle Rechtsprechung zu dem aus §§ 22, 23 KUG entwickelten Schutzkonzept bei der Abwägung zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz des Betroffenen bestätigt und die Revision der Beklagten zurückgewiesen.

Nicht nur Prominente können sich auf dieses Recht berufen. Der Eingriff in die Privatsphäre wiegt bei Privatpersonen sogar noch schwerer, da sie sich nicht bewußt in die Öffentlichkeit "gewagt" haben. Sie kann neben Unterlassungs- und Schadenersatzforderungen auch strafrechtliche Konsequenzen (so beispielsweise nach § 201 a StGB) mit sich bringen.

Angesichts der steigenden Anzahl von Internetseiten, Foto- und Videoblogs wird dieser Bereich in Zukunft vermutlich noch stark an Bedeutung gewinnen.


Stichwörter: Kunsturhebergesetz,KUG,§22,§23,Recht,am,eigenen,Bild, Stand: 05. Juli 2007